Gedanken zum Jahreswechsel 2019/2020

Ich kann es kaum fassen, dass wieder ein Jahr vorbei ist. „Dem Frieden nachjagen“, war mein Motto für das Jahr 2019.  80 Tage durfte ich in Gambia verbringen 20 Tagen in Südafrika im Highway Hospice von Durban.  Die restliche Zeit in meiner Heimat. Fast jeden Tag gab es Begegnungen und ich spürte in allen diesen Begegnungen, dass die Sehnsucht nach Frieden, besonders nach innerem Frieden stark vorhanden ist. Egal ob es ein junger Mensch in Gambia war, der auf der Suche nach Perspektiven für sein Leben und sein Land ist, eine Studentin in Deutschland, die ihre Karriere plant und Großes vorhat, oder ein lieber Mensch, der aufgrund seiner Diagnose wusste, dass er dabei ist,  Abschied zu nehmen, alle wünschten sich diesen Frieden in Ihren Herzen. Nun übernehme ich die Jahreslosung „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Markus-Evangelium (9,24) zu meinem Motto 2020.

In 2019 war ich oft verzweifelt, weil ich bei vielen Begegnungen nicht in der Lage war, so helfen zu können, so ermutigen zu können, so trösten zu können, so viel Zuversicht ausstrahlen zu können, wie ich wollte. Als Christ engagiere ich mich politisch, um Menschen für ein Engagement für eine hoffnungsvolle Zukunft zu begeistern – Als Christ engagiere ich mich für die Entwicklung afrikanischer Länder – Als Christ engagiere ich mich in der Erwachsenen Bildung.  Tief im Inneren und von meinem Glauben her bin ich überzeugt, dass es Gottes Wille ist, dass wir mit unseren Tugenden, unseren Fähigkeiten und unseren Erfindungsgaben eine durchaus positive Zukunft gestalten sollen und werden. Doch dann holt mich die aktuelle Realität mit den so kritischen Themen wie Klimawandel, Antisemitismus, Rassismus, Fluchtbewegungen, Terror usw.  ein, die mich deprimieren und mutlos machen wollen. Ich erlebe mich hilflos, ratlos und vor allem zweifelnd, ob ich als Christ wirklich was bewirken kann.  Ich kann es manchmal nicht glauben, dass Gott wirklich eine glückliche Welt schaffen möchte. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ trifft dann voll auf mich zu. Theoretisch, in meinem Verstand sage ich mir, klar will Gott uns in der Welt helfen, doch in meinem Herzen herrscht dagegen Zweifel daran und Verzweiflung, weil ich Gottes Eingreifen vermisse, das mich doch der Glauben lehrt. Öfter als mir lieb ist, fehlt mir das Vertrauen eine positive Sicht auf die Zukunft im christlichen Sinne zu haben.

Ich sehe das Jahr 2020 vor mir und ich möchte glauben, dass 2020 ein gutes Jahr werden wird, doch ich merke, dass mir das nicht so richtig gelingt. Aufgeben will ich nicht. Was mir bleibt ist letztendlich die Bitte auszusprechen: Gott hilf meinem Unglauben. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ wird mein Hilfeschrei sein, wahrscheinlich täglich, wahrscheinlich heimlich und versteckt und wahrscheinlich es ja niemanden merken lassen, dass ich Phasen haben, wo ich nicht so stark bin, wo ich ratlos bin, wo ich zweifle und mutlos bin. Ich wünsche mir, dass wir alle im Jahr 2020 erleben dürfen, dass wir bei unserem Engagement für eine hoffnungsvolle Zukunft nicht aufgeben müssen, weil da Gott ist, der unserem Unglauben hilft.

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