Gedanken zum Jahreswechsel 2020/2021

Kochen in Janjanbureh Januar 2020

Jesus Christus spricht: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Lukas 6:36

Vor einem Jahr war ich fassungslos, dass ein Jahr 2019 so schnell vorbei war und ich nicht so helfen konnte wie ich gerne gewollt hatte. Für das Jahr 2020 äußerte ich den Wunsch, dass es ein gutes Jahr werden möge. Ich zitiere mich: „Ich wünsche mir, dass wir alle im Jahr 2020 erleben dürfen, dass wir bei unserem Engagement für eine hoffnungsvolle Zukunft nicht aufgeben müssen, weil da Gott ist, der unserem Unglauben hilft.“

Jetzt blicke ich voller Dankbarkeit auf das Jahr 2020 zurück, das so anders ab Mitte März für mich verlief, als ich es erwartet hatte. Das Virus Corona oder Covid-19 machte ein Strick durch alle meine Erwartungen und Pläne. Schaue ich nun an, was ich erleben durfte, was sich ereignete in dem Bereich, für den ich mich engagieren durfte, so stelle ich fest, dass ich Rat empfangen habe, wo ich dachte, da kann man nichts machen. Ich stelle fest ich habe mein Netz der Beziehungen um zahlenmäßig mehr Menschen erweitern können, als ich es je vorhatte. Ich stehe online mit mehr Menschen wöchentlich in beratender, mutmachender, zusammenarbeitender Beziehung als je zuvor. Alte Beziehungen wurden erneuert, neue Freundschaften über den gesamten Globus geschlossen. Ich war schon Ende 2019 auf der Suche online ausbilden zu dürfen, doch es gab kein Angebot für mich. Doch im Februar, als ich noch in Südafrika war, bekam ich einen Anruf von einer Bildungseinrichtung, die mich als freiberuflicher Online Dozent beschäftigen wollte. Nun habe ich von April bis Dezember pro Monat im Schnitt über 100 Stunden online unterrichtet und dabei eine Methoden-Kompetenz erwerben dürfen, die ich nun für die Ausbildung von Menschen in Afrika nutzen kann.

Ende 2019 war ich verzweifelt über meine Hilflosigkeit und setzte mein Vertrauen auf Gott, ich wollte ihm glauben, dass er helfen wird. Rückblickend habe ich nun so viele Geschichten zu erzählen, die belegen, wie Gott in Situationen eingegriffen hat, bei denen ich dachte, da kann man nichts machen. Ich bin so gefüllt mit Dankbarkeit.

Meine Erfahrungen haben für mich auch eine neue Frage aufgeworfen, die damit im Zusammenhang steht, dass Freunde, Bekannte, Menschen, denen ich weltweit online begegne wegen Corona in eine existentielle Krise geraten sind. Die Frage ist, welchen Beitrag kann ich leisten, damit uns eine Krise nicht so in den Bann schlägt, uns lähmt, unsere Beziehungen unmöglich macht und uns menschliches Leid, Tragödien und Not beschert, wie ich es zurzeit beobachte und noch nie zuvor gesehen habe. Ich denke da z.B. an Südafrika, deren Menschen aller Ethnien und sozialen Schichten mir so ans Herz gewachsen sind. Ich denke dabei an Westafrika, den Senegal und Gambia, wo jungen Menschen gerade angefangen haben wieder eine Perspektive zu sehen, die nun fast wie auf einen Schlag wieder getrübt wird. Ich denke dabei an Unternehmer in Deutschland, die gerade jetzt die Insolvenz anmelden müssen und an alte Menschen, die einsam zu Hause oder in einem Heim sitzen und nicht besucht werden dürfen usw.. Mich treibt das als Christen um. Sollte nicht gerade ich als Christ jemand sein, der Hoffnung ausstrahlen kann, der Lösungen anbieten kann? Ich kann doch als Christ nicht danebenstehen und zusehen oder gar mit Verschwörungstheorien und Weltuntergangsszenarien hausieren gehen?

Meine Dankbarkeit für das Jahr 2020 in Bezug dazu, wie es mir persönlich erging, spornt mich als Christ nun an für das Jahr 2021 mehr zu erwarten, als was ausgehend von der Coronakrise zu erwarten wäre. Die Jahreslosung 2021 Jesus Christus spricht: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ wirkt auf mich wie ein Fingerzeig und möchte mir irgendwie sagen: Sei im Jahr 2021 barmherzig! Zeige nicht nur Mitleid und Betroffenheit, sondern öffne dein Herz, nimm die Not anderer Menschen war, handle entsprechend und helfe Leid zu mildern. Ich werde mich sehr freuen, wenn noch mehr Menschen sich im Jahr 2021 auf den Weg machen und daran glauben, dass uns ein barmherziger Gott zur Seite steht und uns im Kampf gegen die weltweite Krise zur Seite steht und uns darin inspiriert Lösungen zu finden. In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Neues Jahr 2021.


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