Wundervolles Wiedersehen in Gambia


Freudiges Wiedersehen mit den beiden Rückkehrern Bobb (re) und Lamin in Gambia

Einen ganzen Nachmittag und Abend lang saßen wir zusammen, haben geredet, viel gelacht, Ataya getrunken und Benechin mit Fisch gegessen, über Gott und die Welt philosophiert und uns einfach nur gefreut, wieder zusammen zu sein. 

Genau so, wie wir das Hin und Wieder getan haben als Bobb und Lamin noch in Deutschland waren…. doch im April 2018 sind beide, ganz plötzlich, nach Gambia zurückgekehrt.

Ihre Asylbegehren wurden in Deutschland schon vor Jahren abgelehnt, beide waren bis zum Schluss in Arbeit, haben ihren Lebensunterhalt selbst bestritten, aber dass es tatsächlich zu einer Abschiebung kommen würde, damit haben sie nicht wirklich gerechnet, oder zumindest den Gedanken daran immer wieder verdrängt. Klar war, beide wollten langfristig wieder nach Gambia zurück, sich in der Heimat eine Existenz aufbauen. Darüber haben wir in Deutschland oft gesprochen, besonders darüber, was in Gambia derzeit gebraucht wird, womit man Geld verdienen und wie die große Familie ernähren kann.

Für Bobb stand fest, dass er seine Zukunft in der Landwirtschaft sieht. Bei unserem Besuch Anfang Januar in Gambia hatte er Samuel und mich noch gebeten, seine vertrockneten Äcker zu begutachten, die Familie zu besuchen und zu sehen, was da genau los ist, warum der Brunnen immer mehr versiegt. Nun ist er zurück und kümmert sich selbst darum. Und das mit Erfolg: Mit seinen Ersparnissen und einer Spende zum Abschied aus Deutschland konnte er eine solar betriebene Wasserversorgung für seine Gemüsefelder und die kleine Cashew-Plantage der Familie installieren. Voller Stolz berichtete er, was er in dem halben Jahr seiner Rückkehr geschaffen hat und dass er kurz vor der ersten Gemüseernte steht. 

oben im Bild, der versiegte Brunnen, hier nun, die neue nachhaltige Wasserversorgung

Ich bin so voller Freude und Erleichterung mit eigenen Augen zu sehen, dass es für ihn richtig gut läuft. Er ist auf mein Nachfragen hin „sehr glücklich wieder zuhause zu sein“, hat seine Entscheidung nach einer versuchten Abschiebung doch noch „freiwillig“ zurückzukehren nicht eine Minute bereut. Gott sei Lob und Dank! 

Und bei Lamin? Nun, er wäre lieber noch in Deutschland geblieben, hätte sich gerne mehr Geld zusammen gespart, um dann in ein paar Jahren als Bäcker oder Metaller sich etwas eigenes aufzubauen. Für ihn kam die Abschiebung eines morgens im April ganz überraschend. Binnen weniger Stunden wurde er ins Flugzeug gesetzt und nach Gambia rückgeführt, er hatte keine Gelegenheit mehr, seine Rückreise vorzubereiten und sich zu verabschieden. Für ihn läuft es nicht so gut. Doch er kämpft, hat gerade ein Auto anschaffen können, mit dem er sich nun als Fahrer und als Touristenführer versuchen will. Ich hoffe so sehr, dass auch für ihn alles gut werden wird. Zumindest werden wir – zwischen Deutschland und Gambia – in engem Kontakt bleiben und sehen, was sich vielleicht im Rahmen von TeSito und unserer geplanten Mangotrocknung an gemeinsamen Möglichkeiten ergeben kann. 

( Beitrag von Susanne Seywald)

(Deutsch) immer wieder donnerstags: Bantaba in Vögisheim

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Heute sitze ich wie jeden Donnerstag mit Samuel in unserem Wochenmeeting. Es geht um den Fahrplan für die Mango-Verarbeitung. Wir stellen erneut fest, dass wir uns fokussieren müssen, dass das Projekt “solare Früchtetrocknung” unsere ganze Zeit und Aufmerksamkeit benötigt. Wir diskutieren und entschieden uns: alle anderen Vorhaben wie das Reisprojekt werden wir weit weit hinten anstellen. Zum einen weil die Behörden sehr viel langsamer arbeiten als angenommen, die politische Lage noch nicht stabilisiert ist und wir gemerkt haben, dass wir nur unabhängig effektiv vorankommen. Und weil Mangos zu trocknen unsere erste Eingebung war beim Besuch im Juli/August 2017 in Gambia und ist bis jetzt der Favorit geblieben.

Unser erstes Spendenziel von 50.000 Euro möchten wir sooooo gerne noch diesen Sommer erreichen, dazu schreiben wir Stiftungen und sprechen persönliche Kontakte an. Wie können wir andere anstecken, von der Idee begeistern und überzeugen, dass es wichtig ist, echte Perspektiven für die Gambia in ihrer Heimat zu schaffen?

Solange die Gambier in ihrem Land nicht sichtbar mitbekommen, dass neue Arbeitsplätze und Märkte entstehen, werden sie sich nach wie vor auf den gefährlichen Weg machen ihre Perspektivlosigkeit gegen die Hoffnung Europa auszutauschen. Fatal und höchste Zeit, finde ich, die Hilfe hier in Deutschland auszuweiten und schwerpunktmäßig endlich auf die Heimatländer zu konzentrieren.

Doch öffentliche Fördergelder und große Summen bekommen nur die Großen, die NGOs, die schon bekannt sind. Kleine wie wir müssen andere Wege finden, ihr Projekt finanziert zu bekommen.

Nun ja, ich bin dennoch voll motiviert und überzeugt, dass wir uns Schritt für Schritt den noch fehlenden 43.000 Euro nähern werden, so Gott will und so wir weiterhin Menschen anstecken können, uns dabei zu unterstützen.

Beitrag von Susanne Seywald